Sonntag, 26. Februar 2017

Fenster #101

P. K. D. #40

A Present for Pat ist ein Gott von dem Jupitermond Ganymed. Es ist eine alberne Geschichte, am Ende stellt sich heraus, daß der Gott sich auf die Erde bringen ließ, um einen Schurken aus seiner Dimension zu jagen.

P. K. D. #39

Breakfast at Twilight ist eine sehr düstere Geschichte, ich mußte an Godards Carabinieri denken: eine Familie findet sich plötzlich sieben Jahre in der Zukunft wieder, in der auß dem vermeintlich bloß kalten ein heißer Krieg geworden ist. Auch als sie dann glücklich zurück in ihre Zeit kommen – wobei der Erzähler den kleinen Earl vergißt –, wissen sie doch, daß das Grauen bald beginnen wird.

Fenster #100

Fenster #99

Fenster #98

Fenster #97

Samstag, 25. Februar 2017

P. K. D. #38

In The Trouble with Bubbles / »Plaything« geht es darum, daß die raumfahrenden Menschen aus Enttäuschung darüber, daß es keine bewohnten Welten in ihrem Umkreis gibt, künstliche Welten schaffen und mit denen nach ihrem neurotischen Gutdünken umgehen. Am Ende erlebt der Protagonist diese Willkür auf der Erde. Es ist das Thema von Welt am Draht, das Platons Gleichnis freisetzt: wenn es künstliche Welten gibt, woher weiß man dann, daß die eigene Welt natürlich ist? Für mich ist das bloß literarisch von Interesse, es machte mir nichts aus, ein künstliches Geschöpf zu sein, ich habe, was die Zuschreibung von Übel angeht, ein Autoimmunsystem, das jede Externalisierung der Ursachen abwendet. Ein gewisser Soame Jenyns (1704 ‒ 1786) hatte wohl, wie ich bei Pessoa gelesen, solches in seinem Essay A Free Enquiry into Nature of Origin of Evil beschrieben: »So wie wir in das Leben uns unterlegener Wesen eingreifen […], so, darf man auch annehmen, verfahren Wesen mit uns, die uns überlegen sind wie wir dem Vieh auf unseren Weiden oder den Vögeln in unseren Lüften.« (Fernando Pessoa, Baron von Teive. Die Erziehung zum Stoiker, hrsg. von Richard Zenith, Frankfurt am Main 2008, S. 29).

Fenster #96

Freitag, 24. Februar 2017

P. K. D. #37

In Project Earth / »One Who Stole« beobachten Kinder einen Assistenten des Demiurgen beim Verfassen des Abschlußberichts über den zweiten Versuch, eine Spezies zu etablieren. Der erste Versuch – wohl die Engel – war gescheitert, der zweite Versuch – die Menschheit – sollte abgebrochen werden und der dritte Versuch wurde von einem neugierigem und diebischem und habgierigem Jungen sabotiert. Im dritten Versuch gab es neun fünf Zentimeter große humanoide Wesen mit Fühlern und mehr Rationalität, als uns gegeben ist. Die Freundin des Jungen verpaßte ihnen Kleider, was den Assistenten des Demiurgen an die Anfänge des zweiten Versuchs erinnerte.

Fenster #95

P. K. D. #36

In A Surface Raid geht es wieder einmal um die Welt nach dem dritten, nuklearen Krieg. Unter der Erde leben die Technos, auf der Erde die Saps. Ab und an entführen Technos Saps (von homo sapiens), vor allem Weibchen. Bei einer solchen Entführungstour verliebt sich der Sohn des Techno-Anführers in ein Sap-Weibchen und zeigt sich ihr (d. d.: er schaltet seine Tarnkappe aus). Das Weibchen rennt schreiend davon, und später erzählt ein Alter, sie habe einen Kobold gesehen. Die Bezüge zu Wellsʼ Time Machine (Morlocks und Eloi) sind offenbar, obwohl es hier ja nur eine Reise im Raum ist.

Einbahn (Support)

Fenster #94

Donnerstag, 23. Februar 2017

P. K. D. #35

The World She Wanted ist ein Spiel mit Leibnizʼ bester aller möglichen Welten und mit dem Konstruktivismus. Das Ganze erinnerte mich an Diotima: eine Frau glaubt, die ganze Welt sei nur für sie da. Es gelingt ihr alles, bis der Mann sie aus seiner Welt herauswirft (es könnte natürlich auch der Mann glauben etc. und die Frau herauswerfen).

Sonntag, 19. Februar 2017

P. K. D. #34

In The Commuter verändert sich die Vergangenheit von einem gewissen Punkt aus, die Veränderung wirkt aber von da weiter in die Gegenwart. Das Ende dieser Geschichte ist nicht bedrohlich, der Protagonist hat plötzlich ein in einem parallelen Universum gezeugtes Kind.

Samstag, 18. Februar 2017

P. K. D. #33

In Martians Come in Clouds / »The Buggies« suchen die Marsianer Asyl auf der Erde, ihre Bitten werden aber nicht wahrgenommen und die Bittsteller vernichtet.

Freitag, 17. Februar 2017

Empirie, 8. Update

¡Hans Koberlin vive! in Daten (der Stand von heute):

  • Stand des Manuskripts:
    • Seiten: S. 1042 von ca. 1.800 Seiten
    • Fußnoten: 3063
  • Stand der Überarbeitung:
    • Seiten: S. 852 von ca. 1.800 Seiten
    • Fußnoten: 2456
    • Kapitel: XII (= Phase V – oder: Un gringo en Calpe) von XXIV Kapiteln nebst einem Anhang
    • Tag der Überarbeitung: Samstag, der 22. Februar 2014, der 144. von 324 konkreten und von allen möglichen Tagen
  • Beginn der Handlung: 23. Oktober 4004 vor unserer Zeitrechnung, 9 Uhr vormittags*
  • Ende der Handlung: fällt mit dem Ende der (oder bloß einer?) Welt zusammen
  • Beginn der Niederschrift: Mittwoch, den 2. Oktober 2013
  • Ende der Niederschrift: noch nicht abzusehen

* (= die momentane Fußnote 361 auf S. 75) Wir haben für unseren Prolog den Zeitraum von Anbeginn der Schöpfung bis zum Dienstag, dem 1. Oktober 2013 veranschlagt. – Nun: »In der Schiffsbibel von Charles Darwin auf der ›Beagle‹, mit der er von 1831 bis 1836 die Welt bereiste, stand das Datum der Weltschöpfung eingetragen: 23. Oktober 4004 vor Christi Geburt, 9 Uhr vormittags.« (Hans Blumenberg, Die Sorge geht über den Fluß, Frankfurt am Main 1987, S. 47).

Wird aktualisiert!

Donnerstag, 16. Februar 2017

P. K. D. #32

In Some Kinds of Life / »The Beleaguered« werden zuerst der Mann, dann der Sohn und schließlich die Frau mit der Begründung der Wohlstands- beziehungsweise Komfortwahrung in Kriege um diverse Rohstoffe eingezogen. Am Ende existiert die automatisierte Zivilisation weiter, aber es gibt keine Menschen mehr. Das ergäbe mit seinen Wiederholungen eher einen »Kein Blut für Öl!«-Song denn eine Geschichte.

Dienstag, 14. Februar 2017

P. K. D. #31

In Progeny werden die Kinder unmittelbar nach der Geburt Robotern übergeben, die sie, ohne dabei die Neurosen und Komplexe von Eltern zu hinterlassen, erziehen. Die Kinder entfremden sich dabei von den Menschen, aber da sie ja noch immer Menschen sind, muß das nicht grundsätzlich schlecht sein. In dieser Geschichte läuft nicht alles auf eine Pointe hinaus, das ist für sie von Vorteil.

Sonntag, 12. Februar 2017

P. K. D. #30

In The Cosmic Poachers / »Burglar« überfallen Terraner das Schiff einer Insektenspezies und entwenden die Fracht ‒ scheinbar Juwelen, aber es sind die Eier der Insekten, die nun auf die Erde gebracht werden. Auch hier ahnte man sofort, was kommen würde. Ich mußte an Starship Troopers und an Alien (wegen der Eier) denken. ‒ Auch wenn ich oft etwas zu bemäkeln habe, lese die Geschichten mit großem Genuß.

Samstag, 11. Februar 2017

P. K. D. #29

Jonʼs World / »Jon« schloß an die vorherige Erzählung an. Die Menschen hatten ihren Krieg, den Krieg gegen die Greifer und den Krieg der Greifer untereinander überstanden. Mit einer Zeitmaschine reisten sie zurück, um an wissenschaftliche Papiere zu kommen. Dabei bedachten sie nicht, daß sie damit die Vergangenheit so veränderten, daß es eine andere Gegenwart als die ihre geben würde. Das war der Schwachpunkt der Erzählung: diese Betriebsblindheit nahm man den Zeitreisenden nicht ab. Der Sohn des Zeitreisenden sah vor der Zeitreise in Visionen die neue Gegenwart, weshalb ihn sein Vater, der das nicht verstand, lobotomieren ließ. Den Gegenstand der Visionen ahnte man selber zu früh. Man möchte eigentlich beim Lesen von Dicks Erzählungen, daß die Erwartungen bezüglich des weiteren Verlaufs enttäuscht werden.

Donnerstag, 9. Februar 2017

P. K. D. #28

Auch in Second Variety kommt man zu früh auf die Pointe. Vieles ‒ außer den Zeitreisen ‒ der Terminator-Saga ist präfiguriert. Die Menschen haben Kampfmaschinen gebaut, die immer selbständiger werden und sich selber reproduzieren. Dabei kommen neue Varianten heraus. Man geht von drei Varianten aus, von denen die titelgebende unbekannt ist. Die Roboter (oder Terminatoren) infiltrieren die nach dem Atomkrieg letzten auf der Erde überlebenden Menschen. Vier bleiben übrig, Rudi und Klaus aus Geilheit, weil sie bei der jungen Russin Tasso waren, die sich anscheinend den Soldaten prostituiert (aber es fehlt der Sex in den Erzählungen …: Barbarella!). Klaus stellt sich als Roboter heraus, und am Ende fliegt Tasso allein zur Mondstation, der letzten Bastion der Menschheit. Der zurückgebliebene Protagonist kommt nun darauf, was man schon lange geahnt hat: Klaus war nicht II-V, sondern IV-V, die zweite Variante war Tasso. – Bei den Strugatzkis wurde, soweit ich mich erinnere, der dem zweiten Weltkrieg folgende Atomkrieg nie oder nur kaum thematisiert, es gab bei ihnen – außer der Zone – keine Schilderung unserer Welt nach der totalen Vernichtung.

Scream 2 (Wes Craven, 1997, Original mit portugisischen Untertiteln)

Über die Nasen von Engeln und ob man ihren Arsch betatschen kann

Wärme

P. K. D. #27

Beyond the Door lebt ein Kuckuck in einer original schwarzwälder Kuckucksuhr, ›Made in Germany‹. Der Mann, der sie seiner Geliebten schenkt, ist profan, weshalb der Kuckuck ihn am Ende tötet. Es war hauptsächlich die Geschichte einer Paarbeziehung, mit einer Ahnung von Erotik da, als der Hausfreund Bob ins Spiel kam.

Dienstag, 7. Februar 2017

P. K. D. #26

The Cookie Lady ist eine alte Dame, die einen verfressenen Jungen mit Keksen ködert, um ihm seine Jugend zu stehlen, die alte Lamia-Geschichte. Am Ende ist sie wieder drall und geil und der Junge vergangen. Man ahnt wieder zu früh, was passieren wird.

Fenster #93

P. K. D. #25

In Nanny tragen die verschiedenen Hersteller von Roboter-Kindermädchen ihren Konkurrenzkampf derart aus, daß sie die Maschinen ohne das Wissen ihrer Käufer gegeneinander antreten lassen. Die Roboter werden zu Prestigeobjekten und immer größer, besser bewaffnet und teurer in der Anschaffung. Wenn Dick die satirischen Elemente seiner Plots zu arg betont, wird es vordergründig.

Montag, 6. Februar 2017

Samstag, 4. Februar 2017

P. K. D. #24

Prize Ship / »Globe from Ganymede« ist eine von den schwächeren Geschichten. In einem interplanetarischen Krieg fällt den Terranern ein Schiff des Gegners in die Hände. Vier Freiwillige probieren es aus und landen in einer Welt voller winziger Menschen. Sie vermuten sich in Swifts Liliput, legen den Hebel in die andere Richtung um und landen in der Welt der Riesen, wobei sie natürlich gleich an Brobdingnag denken. Am Ende kommt heraus: es war kein Raumschiff, sondern ein Zeitschiff, das die Terraner erbeutet hatten, und die verschiedenen Größen werden durch die Expansion des Universums erklärt, was aber nicht stimmt, wie ich erst kürzlich im Merkur lesen konnte: »Das Universum expandiert als Ganzes: Jeder Punkt im All entfernt sich von jedem anderen, sofern nicht lokale Kräfte entgegenwirken. Die Atome im Körper des Lesers dieser Zeilen entfernen sich nicht voneinander, die Erde bewegt sich nicht in zunehmend größerer Entfernung um die Sonne.« (Ernst-Wilhelm Händler, Das Universum ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Zur modernen Kosmologie der Möglichkeiten; in: Merkur Nr. 810, September 2016, S. 32). Ich glaube das einfach einmal …

Fenster #91

P. K. D. #23

In Colony erkundet ein Trupp einen unbekannten Planeten. Man sucht nach gefährlichen Lebensformen, aber man findet keine, der Planet erscheint als paradiesisch. Da taucht ein mimetisch begabtes Protoplasma auf und dezimiert die Mitglieder, indem es sie umhüllt und verdaut. Man ruft einen sich zufällig in der Nähe befindlichen Raumkreuzer zu Hilfe, um abgeholt zu werden, zieht sich nackt aus, um auch ja kein Stück Plasma mitzunehmen, und betritt den Kreuzer, der – man hat es geahnt – aus mimetisch begabtem und Menschen verdauendem Protoplasma besteht.

Fenster #90

P. K. D. #22

The King of the Elves / »Shadrach Jones« ist eine alberne Geschichte, die schwächste bisher: ein alter Tankwart bekommt Besuch von Elfen, die mit ihrem König von Trollen verfolgt Schutz bei ihm suchen. Als der alte König stirbt, machen sie ihn zu seinem Nachfolger. Als er sich vor seiner Umwelt damit brüstet, zweifelt man natürlich an seinem Verstand. Dann entpuppt sich sein bester Freund als der Herrscher der Trolle … Wenn Dick zweideutig hatte sein wollen, dann ist es ihm nicht gelungen.

P. K. D. #21

Out in the Garden ist eine eher amüsant makabre Geschichte. Ein Mann hat eine stille Frau, die sich stets in ihrem Garten aufhält und sich mit einem Erpel angefreundet hat. Eines Tages bekommt der Mann Besuch von einem Freund, der angesichts der Frau mit dem Erpel Verse von Keats über Zeus und Leda und die aus deren Vereinigung entsprossene Helena zitiert. Die Frau reagiert heftig darauf und bekennt ihrem Mann, schwanger zu sein. In dem ist von nun an allerdings der Keim des Mißtrauens gesät. Er kommt seinem Sohn nicht nahe, bis der ihn zu einem geheimen Fest einlädt. Erfreut denkt der Mann, der Bann sei gebrochen, doch auf dem geheimen Fest verzehrt der Junge mit Appetit Spinnen und Würmer, die Leckerbissen des Erpels.

Freitag, 3. Februar 2017

P. K. D. #20

The Great C spielt wieder einmal in einer Welt nach dem Atomkrieg. Die überlebenden Menschen leben in tribal organisierten Sozialverbänden. Einmal im Jahr schicken sie einen der ihren mit drei Fragen, an denen sie das ganze Jahr gefeilt, zu einem noch arbeitenden Supercomputer. Der hält sich mittels Bioenergie am Laufen: wenn er die Fragen beantworten kann, müssen die Fragesteller in einen Säurebottich springen. Mir fielen die Sphinx des Οἰδίπους, The Wizzard of Oz und natürlich Hal 9000 ein.

Fenster #89

P. K. D. #19

Auch in Paycheck geht es um Zeitreisen. Hinzu kommt ein Element, das auch in Total Recall auftaucht: der Mann, der sich selber instruiert. Der Protagonist arbeitet zwei Jahre in einer Firma und bekommt anschließend diese Zeit aus seinem Gedächtnis gelöscht. In der Buchhaltung erfährt er, daß er auf den ihm zustehenden enorm hohen Lohn zugunsten von sieben alltäglichen Gegenständen verzichtet hat. Aber als er kurz darauf verhaftet wird, rettet ihn prompt einer dieser Gegenstände. Durch die restlichen sechs erfährt er, was aus seinem Gedächtnis gelöscht wurde, und er kann sich durch sie Zutritt zu der Firma verschaffen. Das Ende ist etwas biedermeierlich: die Sekretärin ist die Tochter des Firmenchefs, und es deutet sich an, daß der Protagonist sie heiraten wird und die Familientradition so fortsetzt. Als Hintergrund hat Dick eine Welt entworfen, die Politik und Wirtschaft unter sich aufgeteilt haben, also eine Welt wie wir sie haben. Die betreffende Firma bereitet heimlich eine Revolution vor, deren Subjekt der kleine Mann von der Straße sein soll. Nun: momentan erlebt man ja mit Grausen die Revolutionen des kleinen Manns von der Straße …

Donnerstag, 2. Februar 2017

P. K. D. #18

Meddler ist wieder eine Geschichte, in der es um Zeitreisen geht: man erkundet die Zukunft, um die Folgen anstehender Entscheidungen zu sehen. Die Bilder, die die Zeitsonde mitbringt, wechseln, mal wird alles eher gutgehen, mal nicht so ganz. Als aber dann plötzlich alle Nachrichten aus der Zukunft auf ein Ende der Menschheit hindeuten, wird ein Mann in die Zukunft geschickt, der in time herausfinden soll, was die Menschheit vernichtet hat. Der Mann kommt dahinter, daß es eine bis dato unbekannte intelligente und tödliche Schmetterlingsart ist, und er schleppt aus Versehen einige Exemplare davon im Raupenstadium in die Gegenwart ein. Es ist das gleiche paradoxe Problem wie in Stability: wo kommen die Schmetterlinge her? Sie sind quasi Kreaturen der Zeit.

Fenster #88

Fenster #87

P. K. D. #17

Auch in The Builder ‒ einer modernen Noah-Geschichte ‒ kommt man zu früh auf die Pointe, nämlich wenn das Boot, das der von etwas, was er selber nicht versteht, getriebene Mann baut, als »Kasten« bezeichnet wird. Man hat Luthers Übersetzung von Gen 6.14f. im Ohr: »Mache dir einen Kasten von tennen Holtz vnd mache Kammern drinnen vnd verpiche sie mit Bech inwendig vnd auswendig vnd mache jn also.« Die Geschichte endet mit den ersten dicken Regentropfen und dem Verstehen des Mannes, dessen Zeit gekommen ist (man muß warten können). Sehr treffend wird die Stimmung beschrieben, als der Protagonist nach der Mittagspause einfach nicht zurück zu seiner Arbeit geht: man nimmt sich seine Zeit.

P. K. D. #16

In The Short Happy Life of the Brown Oxford gibt es ein Wiedersehen mit Doc Labyrinth aus The Preserving Machine. Hier entdeckt er das Prinzip der hinreichenden Belästigung und baut anschließend darauf aufbauend aus einem Backofen einen Animator. Mit einem Knopf funktioniert der Animator nicht, wohl aber mit einem braunen Herrenschuh. Der entflieht, kaum daß er animiert wurde, und animiert sich später selber einen Damenschuh. Am Ende treiben die Schuhe es in den Büschen.

P. K. D. #15

The Crystal Crypt greift ein Motiv aus der ersten Erzählung – Stability – auf: die in einer kleinen Glaskugel gefangene Stadt. Auch hier weiß der Leser mehr als gut für die Geschichte ist. Terranische Terroristen kidnappen die Hauptstadt des Mars, mit dem die Erde kurz vor einem Krieg steht. Unmittelbar vor dem Abflug des letzten Terraner-Raumschiffes tauchen marsianische Grenzposten auf, um die Terroristen zu fassen. Alles geht gut, daß Schiff hebt ab und man trifft sich in der Bar, wo die Davongekommenen einem Mitreisenden die ganze Aktion erzählen. Der Mitreisende entpuppt sich am Ende – man hat es bereits seit längerem geahnt – als Spion vom Mars. Die Marsianer werden wie Orientalen beschrieben, es ist ein Orient, der ‒ wie von Borges beschrieben ‒ für Fremdheit steht.

Mittwoch, 1. Februar 2017

P. K. D. #14

In The Indefatigable Frog geht es um eines der Paradoxa Zenons, in dem ein hüpfender Frosch sein Ziel niemals erreichen kann, weil mit der Zeit seine Sprunglängen sich aus Erschöpfung heraus halbieren. Zwei sich streitende Hochschullehrer wollen diese These empirisch überprüfen, wobei der der eine den anderen in die Situation des Frosches bringt. Am Ende war man nicht weitergekommen, weil man zusätzliche Parameter in die Versuchsanordnung eingebracht hatte.

P. K. D. #13

In The Variable Man ist ab einem gewissen Punkt die Informationspolitik mißlungen. Man kann sich zu viel zu früh denken und wundert sich, daß die Figuren erst so spät auf die Lösung kommen. Die Erde steht vor dem Krieg mit einem galaktischen Imperium und will dann zuschlagen, wenn die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg höher ist denn für eine Niederlage. Als eine Superbombe kurz vor ihrer Vollendung steht, beginnt die Kriegstreiberei ihre hohe Phase, doch dann holen Historiker aus Versehen einen Menschen aus dem Jahr 1913 in das 22. Jahrhundert. Der ist für die Wahrscheinlichkeitscomputer nicht kalkulierbar und soll deshalb getötet werden. Doch der Konstrukteur der Superbombe erkennt in dem Mann einen MacGyver-Typen, denn er gut gebrauchen kann. Es folgen filmreife Action und ein happy end. Zum Schluß gibt es dann doch noch eine kleine Überraschung, als der variable Mann nämlich statt des Abfallprodukts Superbombe das urspünglich konzipierte, dann aber wegen unüberwindbarer Schwierigkeiten wieder aufgegebene Überlichtgeschwindigkeitsgefährt konstruiert.

Fenster #86